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Totentanz des Monats

August 2015:

Der "Mengele Totentanz" von Jean Tinguely


Mit den Klassikern hat der von 1986 bis 1991 entstandene "Mengele Totentanz" nicht viel zu tun. Wer den Titel erfand, lässt sich schwerlich nachweisen. Seit der Eröffnung des Jean Tinguely (1925-1991) gewidmeten Museums in Basel, kennt die Öffentlichkeit sein Werk unter diesem Namen. Fünf Jahre nach dem Tod des Künstlers beschenkte sich die Pharmafirma Hoffmann-La Roche AG zum hundertjährigen Bestehen mit einem spektakulären Neubau auf hauseigenem Grund. Unabhängig davon erinnert der ausgestellte Totentanz an zweierlei:

Am 26. August 1986 verbrannte im schweizerischen Neyruz ein historischer Bauernhof samt Viehbestand. Aus den Trümmern barg der Freiburger Jean Tinguely insbesondere Eisenschrott. Dazu gehören die schaurig-schönen Scherenblätter einer Maschine zur Maisernte, auf denen der Name Mengele steht. Tinguely montierte die Teile zu einem "Altar" und verkaufte sie samt vier "Ministranten" an Hoffmann-La Roche. Heute stehen sie im Mittelpunkt der Präsentation.

Den Namen des NS-Kriegsverbrechers Josef Mengele (1911-1979) kennt wohl jeder. Aber nur wenige Museumsbesucher wissen, dass der Arzt, der im Konzentrationslager Auschwitz grausame Menschenversuche durchführte, der älteste Sohn des Günzburger Landmaschinenherstellers war. Nach Kriegsende sorgten gute Kontakte für das Wohlergehen des Schwaben. Das Schweizer Konsulat in Genua stellte ein Visum nach Argentinien aus, wo den einstigen SS-Mann die politisch nicht minder belastete Familie finanziell unterstütze. Ab 1956 nahm Mengele seinen Namen wieder an, obwohl er auf der Kriegsverbrecherliste stand. Im Gefühl der Sicherheit kehrte nicht nur er ins Land des Bankgeheimnisses zurück, sondern später offenbar auch seine Witwe. Von 1960 bis in die 1990er Jahre beschäftige der Flüchtige die internationalen Medien. Obwohl die Hintergründe dringend erforscht werden müssten, herrscht seit der Eröffnung des Basler Museums Schweigen. Nachfolgende Links bieten zeitgeschichtlich unbelastete Beschreibungen der Eisenplastiken in Wort und Bild:

www.tinguely.ch/de/museum_sammlung/sammlung.1980-1991_0112.html
www.tinguely.ch/de/museum_sammlung/sammlung.1980-1991_011111.pdf


Frühere Totentänze des Monats:

Anschrift

Europäische Totentanz-Vereinigung, Dr. Uli Wunderlich, Josephstr. 14, D-96052 Bamberg
Telefon +49 951 2972832, Fax +49 951 2972859, Mail: webmaster@totentanz-online.de