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Totentanz des Monats

Juli 2014:

Carl Friedrich Wiegands "Totentanz 1914-1918"


Nicht alle schweizerischen Bücher zum Ersten Weltkrieg sind pazifistisch, am wenigsten wohl der "Totentanz 1914-1918" aus dem Verlag Orell Füssli. Autor Carl Friedrich Wiegand (1877-1942) kam als Student aus Fulda nach Zürich. Nach wenigen Semestern bestand er die Doktorprüfung im Fach Psychologe und arbeitete als Professor für deutsche Sprache und Literatur an der Kantonsschule. Der Germanist Adolf Frey scheint ihn unter seine Fittiche genommen zu haben; jedenfalls traten die beiden ab 1908 gemeinsam auf.

Am Ersten Weltkrieg soll Carl Friedrich Wiegand auf deutscher Seite teilgenommen haben. Das hinderte ihn freilich nicht, zeitgleich die Kammerspiele in Zürich mitzubegründen und vaterländische Stücke in seiner Wahlheimat zur Aufführung zu bringen. Fest steht, dass er den vollständigen Totentanztext auf Stein gezeichnet hat. 37 Gedichte feiern in hymnischen Versen Soldaten, die in heldenhaftem Kampf starben: "Blast die Fanfaronade, Schreit Freiheit, dass es gellt! Wir schreiten in Parade, Wir Toten, aus der Welt ..." So dürfte es auch bei der Eröffnung des Leipziger Völkerschlachtdenkmals geklungen haben, das 1913 mit einem Stück von Wiegand eingeweiht wurde.

Elf Bilder des Zürcher Zeichenlehrers Hans Witzig (1889-1973) scheinen, den Totentanz zu illustrieren. Tatsächlich betont eine Pressemeldung aus dem Erscheinungsjahr 1919, dass die Herren nicht zusammenarbeiteten. Der Verlag suchte Kunstblätter aus einer 49-teiligen, bislang unveröffentlichten Serie aus. Vier Jahre später erschien eine Neuauflage. Wiegand scharte wie Gerhard Hauptmann einen großen Kreis um sich. Witzig gilt dagegen zu unrecht als harmloser Kinderbuchillustrator. Seine düsteren, in vielerlei Hinsicht dem Symbolismus verpflichteten Szenen lassen sich wie die Texte für jede Ideologie instrumentalisieren. Sie finden sich auch in "pazifistischen" Lesebüchern.

Frühere Totentänze des Monats:

Letzte Aktualisierung: 02.03.2013

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