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Totentanz des Monats

Totentanz des Monats Februar 2012

Die zerstörte Wandmalerei im Straßburger Münsterkreuzgang

Die Vorstellung, dass das Leben ein Schachspiel mit dem Tode sei, muss den Menschen des ausgehenden Mittelalters geläufig gewesen sein. Spätestens um 1500 saß oder stand der Knochenmann im Elsass, in Graubünden und im schwedischen Uppland am Brett.

Das berühmteste – freilich nur noch archivalisch nachweisbare – Zeugnis stammt aus dem Straßburger Münsterkreuzgang. Dort befand sich von 1480 bis 1715 eine Wandmalerei, deren Inschrift die Chronik des Oseas Schadaeus überliefert. Ein Kupferstich des niederrheinischen Meisters BR mit dem Anker gibt das Aussehen wieder: Vorne links sitzt der Kaiser, der seine Schachpartie gegen den Tod bereits verloren hat, da der schwarze Springer, der damals nur ein Feld schräg ziehen durfte, dem weißen König matt bietet. Zur gleichen Zeit hält der Engel am Kopfende des Tisches das abgelaufene Stundenglas empor. Seitlich sehen die weltlichen Ständevertreter zu: Frauen und Männer verschiedenen Alters sowie ein Kind. Ihnen gegenüber verfolgt die Geistlichkeit – darunter Papst und Kardinal – mit Bestürzung die Niederlage des Regenten. In den Schriftbändern mahnt der Engel, es gehe um die Seele und das Leben. Der Kaiser wendet sich an Gott, um Beistand zu erbitten. Doch der Tod gibt ihm keine Chance; er holt alle ohne Rücksicht auf Alter und Stand. Hinsichtlich der dargestellten, beziehungsweise erwähnten Ständevertreter sprechen Fachleute mit gutem Grund von einem Totentanz.

Frühere Totentänze des Monats:

Letzte Aktualisierung: 27.01.2012

Anschrift

Europäische Totentanz-Vereinigung, Dr. Uli Wunderlich, Josephstr. 14, D-96052 Bamberg
Telefon +49 951 2972832, Fax +49 951 2972859, Mail: webmaster@totentanz-online.de