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Totentanz des Monats

Totentanz des Monats Mai 2011

Sichtbare Sexualität in Totentänzen der Reformationszeit

Grundsätzlich fordern frühneuzeitliche Totentänze wohl zum gottgefälligen Leben auf, zuweilen griffen Künstler aber auch zu zweideutigen Mitteln.

Niklaus Manuel, der Schweizer, der vom Landsknecht zum Berner Dichter und Ratsherrn aufgestiegen war, malte zwischen 1516 und 1519 auf die Friedhofsmauer des dortigen Dominikanerklosters nicht bloß eine Tödin mit Hängetitten, die sich ihr Blasinstrument wollüstig zwischen die Schenkel schiebt, während sie den Domherrn mit sich zieht. Ein paar Meter weiter lauerte ein skelettierter Busengrapscher einer Jungfrau auf. Außerdem fasste ein männliches Gerippe dem Narren in den Schritt.

Offensichtlich erregten die Bilder kein Ärgernis; sie waren bis 1660 in aller Öffentlichkeit zu sehen. Angeregt von den Darstellungen in Bern entwarf der gebürtige Augsburger Hans Holbein Totentanz-Holzschnitte, in denen der Knochenmann den Penis des Todgeweihten entblößt. Die Initiale erlangte nach 1520 internationale Verbreitung, das Narrenbild mit Sackpfeife erst ab 1547.

Weiterführende Informationen bietet Totentanz aktuell N. F. 13 (2011), Heft 145.Frühere Totentänze des Monats:

Letzte Aktualisierung: 25.05.2011

Anschrift

Europäische Totentanz-Vereinigung, Dr. Uli Wunderlich, Josephstr. 14, D-96052 Bamberg
Telefon +49 951 2972832, Fax +49 951 2972859, Mail: webmaster@totentanz-online.de