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Renée Magaña

Renée Magaña

Renée Magaña (Biografie), die Schöpferin der hier abgebildeten Ölgemälde, wurde 1970 in Santa Monica, Kalifornien, geboren. Seit 1987 lebt und arbeitet sie in der Schweizer Bundesstadt Bern. Ihr Totentanz-Triptychon entstand, nachdem die Künstlerin 2009 Gelegenheit hatte, die Ausgrabungen auf dem Berner Schönberg, dem ehemaligen Galgenhügel, aus nächster Nähe zu zeichnen: Freigelegt wurden Einzel- und Kollektivbestattungen, genauer Knochen von 40 männlichen Toten: Diebe, Räuber und Mörder im Alter von 15 bis 25 Jahren, die man um 1700 ohne kirchliche Zeremonie verscharrt hatte. Zur Abschreckung der Passanten blieben die Gehängten ohnehin bis zur Verwesung Wind und Wetter ausgesetzt. In den Gruben lagen fast alle Skelette mit oder ohne Kopf auf dem Bauch, die einstmals gefesselten Hände hinter dem Rücken gekreuzt.

Später verglich Renée Magaña ihre Zeichnungen mit anatomischen Präparaten. Im Gegensatz zu den ordentlich hinter Glas verwahrten Sammlungsobjekten wirkten die Knochen vom Galgenberg wie Material im Rohzustand: Sie weisen Bruchstellen auf, verursacht durch die Todesumstände, aber auch durch natürliche Erosion und die Art der Bestattung. Menschliche Konturen haben sie verloren.

Jedermann weiß, in der Schweiz, speziell in Bern, hat der Totentanz Tradition. Doch das ist für Renée Magaña weniger wichtig als das Werk des Mexikaners José Guadalupe Posada (1854-1913). Der Künstler betätigte sich als Karikaturist und veröffentlichte Flugblätter, die gegen die Regierung von Porfirio Díaz und die Unterdrückung der Armen gerichtet waren. Zu diesem Zweck stellte Posada handelnde Skelette dar und kreierte "La Catrina", eine lebhafte Tödin. Seine Figuren dienen keinem religiösen Zweck. Es geht nicht um die Tabuisierung des Todes, den man in Mexiko mit Humor behandelt. Dieser unbeschwerte Umgang hat die Schweizerin interessiert.

Die Knochen hingerichteter Diebe, Räuber und Mörder vom Berner Galgenhügel liegen auf unbeschränkte Zeit im Institut für Historische Anthropologie der Universität Bern. Der aus drei ungrundierten Leinwänden im Format 115 mal 230 Zentimeter bestehende Totentanz von Renée Magaña befindet sich bis auf weiteres im Besitz der Künstlerin. Jedes einzelne in Öl gemalte Skelettfragment ist den bei den Ausgrabungen angefertigten Zeichnungen abgeleitet. Es sind übereinander geschichtete, tanzende Formen. Der Zeit trotzend, feiern sie lachend in ihrer neuen klimatisierten Ruhestätte.

Über die Bilderfolge schrieb Alice Henkes am 18. Dezember 2009 in der Berner Zeitung "Der Bund": "Erstmals zur Weihnachtsausstellung eingeladen wurde Renée Magaña, die einen fabelhaften dreiteiligen Totentanz präsentiert. Menschliche Knochen und Schädel, in Öl auf Rohleinen gemalt, scheinen heiter über die körnige Struktur des Bildgrundes zu schweben, wie Jonglierbälle von unsichtbarer Hand bewegt." Stefanie Christ berichtet zeitgleich im selben Blatt über die "diabolischen Gemälde" der Künstlerin: "Die frei schwebenden Skelettfragmente auf den drei beigefarbenen Leinwänden wirken erst harmlos, fast lächerlich. Bis die Künstlerin erzählt, wie im Herbst auf dem Berner Schönberg 300 Jahre alte Gräber ausgehoben wurden, in denen die sterblichen Überreste von hingerichteten Straftätern lagen. Magaña zeichnete vor Ort Knochen und Schädel ab und übertrug sie auf ihr dreiteiliges Gemälde. Vor diesem Kontext kippt ihr Werk ins Entsetzliche."

Kontakt:

Renée Magaña
Dändlikerweg 39
3014 Berne, Switzerland
renee.magana@bluewin.ch


Letzte Aktualisierung: 29.12.2010

Anschrift

Europäische Totentanz-Vereinigung, Dr. Uli Wunderlich, Josephstr. 14, D-96052 Bamberg
Telefon +49 951 2972832, Fax +49 951 2972859, Mail: webmaster@totentanz-online.de